Über die Irrigation

Darmprobleme

Für die meisten Menschen ist der Gang zur Toilette nur ein Routinepunkt auf der Tagesordnung. Doch manche Menschen erfahren Darmprobleme wie z.B. eine Stuhlinkontinenz oder Verstopfung. Diese Darmprobleme können die Lebensqualität nachhaltig herabsetzen, Ängste und Depressionen bewirken und schließlich zur sozialen Isolation führen. Die rektale Irrigation kann eine effektive Lösung zur Beseitigung einer Stuhlinkontinenz oder Verstopfung sein. Sie gibt eine Lösung an die Hand, um wieder ein lebenswertes und glückliches Leben zu führen – ohne Sorgen vor „Unfällen“.

Symptome

Darmprobleme können sich in vielen Formen äußern: als Schmerzen im Bauchraum, Krämpfe, Völlegefühl und Blähungen, sowie die Unfähigkeit, Stuhl oder Gase abzusetzen, Verstopfung, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen sowie Gewichtsverlust. Darmstörungen können zu rektalen Blutungen, Hämorrhoiden, Prolaps, Analfissuren und Druckgeschwüren führen.

Konservative Behandlung

Das konservative Darmmanagement kann spezielle Diäten, die Einnahme von Abführmitteln und Medikamenten, die digitale Stimulation und Entleerung umfassen. Wenn alle diese Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg führen, können chirurgische Eingriffe, wie z.B. das Anlegen eines künstlichen Darmausgangs, notwendig werden. Ein falsch angepasstes Darmmanagement kann erhebliche negative Auswirkungen auf den Alltag haben und die Lebensqualität herabsetzen.

Rektale Irrigation

Die rektale Irrigation (wird auch anale oder transanale Irrigation genannt) wird seit vielen hundert Jahren genutzt. In den letzten Jahren hat es auch beim modernen Darmmanagement eine breite Anwendung gefunden, um bei Stuhlentleerungsstörungen eine kontrollierte Stuhlentleerung zu erreichen. Körperwarmes Wasser wird über den Anus in das Rektum geleitet. Das Wasser erzeugt einen Dehnungsreiz und aktiviert den natürlichen Entleerungsmechanismus. Die Irrigation ist leicht zu erlernen, effektiv, hygienisch anzuwenden und verbessert Lebensqualität, Würde und Selbstbewusstsein.

Wassermenge

Die Menge an Spülflüssigkeit, mit der Sie anfangen sollten zu irrigieren, und die Intervalle zwischen den Irrigationen werden von Ihrem Arzt und/oder qualifizierten Fachpersonal festgelegt. Oft wird bei Erwachsenen mit 300 ml Wasser für den ersten Spülgang angefangen (max. 500 ml). Die Wassermenge sollte nur in Schritten von maximal 100 ml gesteigert werden und es wird empfohlen nicht mehr als 1000 ml Wasser für die gesamte Irrigation zu verwenden.

Medikamente

Ihr Arzt berät Sie bezüglich der Medikamente, die Sie bisher einnehmen, um Ihre Darmentleerung zu regulieren. Wenn Sie anfangen zu irrigieren, sollten Sie die Einnahme von abführregulierenden Medikamenten nicht reduzieren oder stoppen, es sei denn, Ihr Arzt empfiehlt es. Auf Dauer kann es möglich sein, den Gebrauch dieser Medikamente zu reduzieren oder zu beenden.

Ist die Irrigation sicher?

Die rektale Irrigation ist sicher, wenn einige wenige Regeln befolgt werden:

  • Eine qualifizierte und geschulte Person sollte vorab eine gründliche Abklärung vornehmen. Die erste Anwendung sollte unter Aufsicht erfolgen, um sicherzustellen, dass der Vorgang richtig und komplett durchgeführt und vom Anwender verstanden wird.
  • Befolgen Sie immer die Bedienungsanleitung. Die korrekte Anwendung vermeidet eine Darmperforation, die, obwohl selten, eine Komplikation darstellt. Wenn diese eintritt, sollte umgehend medizinischer Rat eingeholt werden.
  • Unter Umständen müssen Sie die Wassermenge und die Häufigkeit der Anwendung anpassen, um in zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen.
  • In seltenen Fällen kann es zu Nebenwirkungen wie geringfügigen Schmerzen im Bauchraum, Übelkeit, leichtes Bluten und Müdigkeit kommen.

Wem kann die rektale Irrigation helfen?

Die rektale Irrigation kann helfen bei:

  • Neurogenen Darmfunktionsstörungen nach neurologischen Erkrankungen oder Traumata, z.B. Querschnittlähmungen, Multiple Sklerose.
  • Menschen mit chronischer Stuhlinkontinenz.
  • Menschen mit chronischer Verstopfung
  • Älteren Menschen, die immobil oder für längere Zeit bettlägerig sind.

Tipps für ein erfolgreiches Irrigieren

Tipps für ein erfolgreiches Irrigieren

  • Regelmäßig irrigieren: Die rektale Irrigation sollte regelmäßig durchgeführt werden (üblicherweise täglich oder zweitäglich), um eine Inkontinenz oder eine Verstopfung zu vermeiden.
  • Geduld haben: Es kann 4 bis 8 Wochen oder gelegentlich auch länger dauern bis Sie die Irrigationsweise ermitteln, die für Sie am besten funktioniert.
  • Täglich irrigieren: Beginnen Sie damit, jeden Tag zu irrigieren. Wenn die Irrigation gut funktioniert, können Sie versuchen, die Zeiträume zwischen den Irrigationen zu vergrößern.
  • Routine entwickeln: Versuchen Sie eine Routine zu entwickeln, die optimal an Ihren Tagesablauf angepasst ist.

Ausreichend trinken: Es ist wichtig, dass Sie immer ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Falls Ihr Wasserhaushalt nicht ausgeglichen ist, kann die ins Rektum eingespülte Flüssigkeit zum Teil vom Darm absorbiert werden.